04.11.2009, 15:37 Uhr
In der nordenglischen Landschaft, auf halbem Weg zwischen Liverpool und Manchester, liegt das Dorf Argleton inmitten von grünen Feldern und Wiesen. Die Gegend wirkt idyllisch, und wer sich für englisches Landleben begeistern kann dürfte Argleton für einen hübschen Platz für einen Besuch halten. Das Dumme ist nur: Das Dorf gibt es nur im Internet, hat es erfunden.
Wenn man die Bürger von Ormskirk und Aughton nach Argleton fragen müsste, würden die meisten nur verständnislos schauen. Einige wenige würden vielleicht grinsen und auf einen Acker verweisen, der zwischen der Stadt Ormskirk und dem kleineren Aughton liegt, direkt neben der Autobahn 59. Denn dort soll es liegen, das Dorf, das nur das Internet kennt. In Googles Kartendienst Google Maps schwebt der Dorfname über eben jenem Acker, andere Internet-Dienste kennen das aktuelle Wetter dort oder wie hoch die Immobilienpreise sind. Letztere sind nicht besonders hoch.
Ortsmarke für Google Earth
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Gefunden hat die Geisterstadt Roy Bayfield aus Ormskirk. Der 49-jährige hat seinen eigenen, verrückten Plan und will bis zu seinem fünfzigsten Geburtstag die gut 300 Kilometer von Ormskirk in seine Geburtstadt Brighton zu Fuß zurücklegen. Beim Planen der Tour stieß Bayfield auf Argleton und machte das ihm unbekannte Kaff zu seiner ersten Station, sozusagen direkt vor seiner Haustür. Und tatsächlich gibt es in Argleton nur ein paar Felder und Wiesen. Eingetragen ist das Dorf auch nirgends, außer bei Google und den Internet-Diensten, die sich auf die Datenbank des Internet-Riesen verlassen. Mittlerweile hat der Weiler sogar seinen eigenen Wikipedia-Eintrag – als fiktiver Ort.
"Manche denken, dass sie einfach den Namen Aughton falsch aufgenommen haben, obwohl Aughton auch auf der Karte zu sehen ist", so Bayfield. Vielleicht sei es aber auch ein absichtlicher Fehler, so wie ihn früher Kartenmacher in ihren Produkten versteckt haben, um Kopisten auf die Spur kommen zu können. Andere sagen im Scherz, dass es in der Gegend vielleicht eine Art nordenglisches Bermuda-Dreieck geben könnte. Google selbst hält sich aus solchen Spekulationen heraus: Die Karten kämen von einem niederländischen Unternehmen. Und irgendwo auf dem Weg zwischen Dienstleister und Google Karte würden sich eben ab und zu Fehler einschleichen. Wie langweilig.
Wenn sie sich für weitere Phänomene in Googles unerschöpflicher Kartensammlung begeistern, dann lesen Sie doch unseren Artikel zu mysteriösen Erscheinungen in Google Earth. Oder klicken Sie sich durch unsere Foto-Shows zu geheimen Orten, an die Sie persönlich nie einen Fuß setzen könnten, oder militärischen Geheimbasen, die nur Google Earth für Zivilisten einsehbar macht.
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