22.04.2009, 13:56 Uhr | pcwelt.de
Sie sind sind schwerer, teurer und vielleicht nicht so schick wie ihre kompakten Kolleginnen: Digitale Spiegelreflexkameras (DSLR). Doch ihre Vorteile im Vergleich zu kompakten Digitalkameras sind unbestreitbar - zum Beispiel die weitaus bessere Bildqualität auch bei schlechten Lichtverhältnissen und ihre hohe Geschwindigkeit, die echte "Schnappschuss"-Fähigkeiten verleit. Besondere Vielseitigkeit und ein robustes Gehäuse bieten die Modelle der mittleren Preisklasse ab 800 Euro. Die Tester von PC-Welt kennen die besten Vertreter dieser Klasse.
Waren vor ein paar Jahren Spiegelreflexkameras vor allem teuer, haben sich durch den starken Preisverfall mittlerweile drei Preisklassen gebildet. Einsteiger-DSLRs wie etwa die Canon EOS 1000D bekommen Sie mit Objektiv schon für etwa 700 Euro. Sie zeichnen sich durch besonders einfache Bedienung aus, haben viele Automatikmodi, Motivprogramme und andere Hilfsmittel, die das Fotografieren erleichtern. Andererseits sind Gehäuse und Bajonettverschluss oft aus Kunststoff gefertigt – was nicht jedermanns Geschmack ist.
Spiegelreflexkameras der mittleren Leistungsklasse befinden sich im Preissegment zwischen 800 und 2000 Euro. Hier stehen Ihnen deutlich mehr manuelle Funktionen zur Verfügung, und das Gehäuse ist hochwertiger. Ein Beispiel dafür ist etwa die Nikon D90.
Ab 2500 Euro dürfen Sie für eine Profi-DSLR wie die Olympus E-3 rechnen. Kameras in dieser Klasse bieten noch mehr Funktionen und stellen selbst anspruchsvollste Fotografen zufrieden.
Auflösung: 10 bis 12 Megapixel reichen aus
Aktuelle Spiegelreflexkameras erzeugen Bilder mit 6,1 bis 24,6 Megapixeln. Allerdings finden sich die höher auflösenden Modelle hauptsächlich im Profisegment. Für Hobbyfotografen reichen 10 Megapixel völlig aus. Vor Bildrauschen brauchen Sie bei derartigen Auflösungen keine Angst zu haben: Da die Bildsensoren bei DSLRs deutlich größer sind als bei Kompaktmodellen, verursacht das Mehr an Pixel nicht automatisch auch zusätzliches Bildrauschen. Ein gutes Beispiel dafür war etwa die Canon EOS 50D, die trotz ihrer 15,1-Megapixel-Auflösung – der höchsten im Test – ein sehr niedriges Rauschergebnis produzierte.
Kit-Objektiv: Nicht immer das Nonplusultra
Eine Spiegelreflexkamera alleine macht noch kein gutes Bild. Es kommt auch auf die Qualität des Objektivs an. DSLRs sind meist im Kit erhältlich, es liegt also ein Objektiv bei. PC-Welt bewertete in diesem Test die Kombination mit dem Kit-Objektiv, da diese Kits auch am häufigsten verkauft werden.
Allerdings müssen Sie bei einem Kit-Objektiv häufig Abstriche bei der Bildqualität machen: So stellten die Tester bei fast allen Testmodellen im Weitwinkel eine sehr starke bis extreme Verzeichnung fest. Ausnahme war hier nur die Olympus E-30. Hinzu kommt eine teils starke Vignettierung bei kurzer Brennweite, also ein sichtbarer Helligkeitsabfall von der Bildmitte zum Rand. Hier schlugen sich lediglich die Nikon D300 und – erneut – die Olympus E-30 gut.
Doch auch wenn Kit-Objektive oft ihre Macken haben, rechnet sich das Set doch: Für den Body der Nikon D80 zahlen Sie beispielsweise rund 520 Euro. Das Kit mit dem Objektiv AF-S DX 18-55 mm bekommen Sie für etwa 100 Euro Aufpreis: Einzeln kostet das Objektiv 150 Euro. Oft bieten die Hersteller auch verschiedene Kits an, die beiliegenden Objektive unterscheiden sich im Brennweitenbereich: Je länger die Brennweite ist, desto näher lässt sich ein Motiv heranzoomen. Je kürzer Sie die Brennweite wählen, desto weitwinkliger ist das Objektiv und desto breiter wird der Bildausschnitt.
Bildstabilisator: Mechanische oder optische Lösung
Bei Spiegelreflexkameras gibt es zwei Typen von Verwacklungsschutz: Der optische Bildstabilisator, wie ihn etwa die Samsung GX-20 bietet, arbeitet über bewegliche Linsen im Objektiv. Die mechanische Stabilisierung übernimmt ein beweglich gelagerter Bildsensor im Kameragehäuse, der über Magneten oder einen Motor gesteuert wird. Dieses Verfahren ist etwa in der Sony Alpha 700 zu finden.
Zu bevorzugen ist der mechanische Stabilisator, der viel exakter arbeitet. Andererseits sind Wechselobjektive in der Regel viel lichtstärker als die Objektive bei Kompaktkameras, nutzen also viel kürzere Belichtungszeiten. Daher ist nicht immer eine Stabilisierung nötig, weshalb Sie einen Objektiv-basierten Stabilisator auch nur bei Bedarf einsetzen können.
Beide Arten der Stabilisierung stehen oft in verschiedenen Modi zur Verfügung: So können Sie etwa bei der Olympus E-30 die Bewegungen in horizontaler, vertikaler oder in horizontaler und vertikaler Richtung ausgleichen lassen.
Live View: Autofokus per Kontrast- oder Phasenvergleich
Eine Funktion, die im vergangenen Jahr vermehrt ihren Weg in DSLRs gefunden hat, ist der Live-View-Modus, sprich, das Vorschaubild auf dem Display. Dieses nützliche Feature hilft beim Einfangen des Motivs – etwa aus schwierigen Positionen heraus – und zeigt die Auswirkungen von Weißabgleich, Belichtungskorrektur, ISO & Co sofort an.
Ein Nachteil des Live-View-Modus ist jedoch der Autofokus (AF), der sich nicht immer problemlos einsetzen lässt. Die meisten DSLR-Kameras arbeiten mit einem Phasenvergleichs-AF. Dabei ist jeder Einzelsensor des AF-Sensors zwei- oder viergeteilt, und jedes Teil erfasst das Motiv. Passen die einzelnen Bilder zusammen, stimmt die Fokussierung. Falls nicht, berechnet der Autofokus die Abweichung und setzt den Fokussierpunkt entsprechend um. Der Nachteil dieser Methode: Die AF-Sensoren sitzen im Kameraboden und benötigen zum Arbeiten den heruntergeklappten Spiegel. Da die Live-Vorschau jedoch einen hochgeklappten Spiegel voraussetzt, muss der Spiegel für den Autofokus kurz herunterklappen. Das verursacht einerseits ein nerviges Geräusch, andererseits verschwindet das Vorschaubild kurz.
Alternativ zum Phasenvergleichs-Autofokus setzen manche Hersteller bei ihren DSLRs einen Kontrastvergleichs-AF ein. Der Vorteil: Der Spiegel muss dazu nicht hochgeklappt werden, da der Autofokus die Daten des Bildsensors nutzt. Genauer gesagt ermittelt der Kontrast-AF den Kontrast der Details in den einzelnen Messfeldern. Dazu wird die Fokussierung so lange verändert, bis der Kontrast abfällt. An der Stelle des höchsten Kontrastes stellt der AF scharf. Der Nachteil dieses Verfahrens: Es dauert länger als der Kontrastvergleichs-AF.
Da beide AF-Verfahren ihre Vor- und Nachteile haben, können Sie etwa bei der Olympus E-30 und der Canon EOS 50D selbst entscheiden, welche Methode Sie einsetzen wollen – denn diese Modelle bieten beide Varianten.
Ein echtes Live-Bild ist übrigens nur bei Kameras mit CMOS-Sensor möglich. CCD-Modelle wie die Sony Alpha 300 und 350 nutzen einen zweiten Chip für die Direktvorschau.
Waren vor ein paar Jahren digitale Spiegelreflexkameras (DSLRs) vor allem teuer, haben sich durch den starken Preisverfall mittlerweile drei Preisklassen gebildet. Einsteiger-DSLRs bekommen Sie mit Objektiv bis 700 Euro. Diese Kameras zeichnen sich durch besonders einfache Bedienung aus, haben viele Automatikmodi, Motivprogramme und andere Hilfsmittel, die das Fotografieren erleichtern. Andererseits sind Gehäuse und Verschluss oft aus Kunststoff gefertigt – was nicht jedermanns Geschmack ist und oft billig wirkt.
Spiegelreflexkameras der mittleren Leistungsklasse befinden sich im Preissegment zwischen 800 und 2000 Euro. Hier stehen Ihnen deutlich mehr manuelle Funktionen zur Verfügung, und das Gehäuse ist hochwertiger. Ab 2500 Euro dürfen Sie für eine Profi-DSLR rechnen. Kameras in dieser Klasse bieten noch mehr Funktionen und stellen selbst anspruchsvollste Fotografen zufrieden. Wir haben uns aktuelle DSLRs angesehen und zeigen Ihnen die zehn besten Modelle.
Platz 1:
Canon EOS 450D
Das Rauschverhalten der Canon EOS 450D war vorbildlich, und auch der Dynamikumfang konnte uns überzeugen. Leider zeigte sich das Test-Objektiv mit dem integrierten Stabilisator nicht von seiner besten Seite – hier sollten Sie besser über eine Alternative nachdenken.
Platz 2: Canon EOS 400D
Es macht Spaß, mit dieser Kamera zu Fotografieren: Sie machte tolle Bilder, ist sehr einfach zu bedienen und bietet mit der Stauberkennung ein nützliches Feature. Denn die Canon-DSLR erkennt, wenn sich nach der Sensorreinigung noch Staub auf dem CMOS-Chip befindet. Die abgebildeten Staubkörner lassen sich nachträglich mit Hilfe einer Software entfernen. Darüber hinaus gehört die 400D zu den leichteren SLRs.
Platz 3:
Panasonic DMC-G1
Die erste Micro-Four-Thirds-Kamera ist vielversprechend, wenn auch nicht ganz so klein wie erhofft. Allerdings hatte die trotzdem sehr kompakte Bauweise auch ihre Nachteile wie das zum Teil starke Bildrauschen. Auch die Auflösung hält nicht den von DSLRs und Kit-Objektiven gewohnten Standard. Man darf auf das erste Olympus-Modell im Micro-Four-Thirds-Format gespannt sein, das nächstes Jahr erwartet wird.
Platz 4: Nikon D300
Mit der D300 hat Nikon eine hervorragende Spiegelreflexkamera für (semi-)professionelle Anwender im Sortiment. Das Gerät schnitt bei uns im Test sehr gut ab und gefiel uns vor allem durch seine intuitive Bedienung. Die perfekte Kamera für Leute, die etwas höhere Ansprüche an eine DSLR stellen.
Platz 5: Nikon D60
Nikons D60 positioniert sich oberhalb der D40x. Durch ihre anfängerfreundliche Handhabung spricht sie Kameraneulinge an, das hervorragendes Rauschverhalten und der hohe Dynamikumfang machen sie für ambitionierte Hobbyfotografen attraktiv.
Platz 6:
Canon EOS 50D
Eine Spiegelreflexkamera ist nur so gut wie das verwendete Objektiv – das haben wir bei unseren Tests der EOS 50D deutlich gemerkt. Denn während die Kamera hinsichtlich des Bildrauschens und des Dynamikumfangs sehr gut abschnitt (hier kommt es hauptsächlich auf den Sensor an), verzeichnete das von uns eingesetzte Kit-Objektiv extrem und produzierte zudem einen deutlichen Helligkeitsabfall an den Bildrändern.
Platz 7: Olympus E-3
Platz 8:
Olympus E-30
Die Olympus E-30 schließt endlich die Lücke zwischen der E-520 und der E-3. Die DSLR für anspruchsvolle Anwender schnitt hinsichtlich ihrer Bildqualität gut ab, auch wenn dazu oft die kamerainternen Optimierungsfunktionen nötig waren. Mit ihrer einfachen Bedienung und der guten Ausstattung konnte sie uns aber überzeugen.
Platz 9: Olympus E-520
Die Olympus E-520 überholte ihre Vorgängerin E-510 auf nahezu allen Gebieten um eine Nasenlänge – sie war gut ausgestattet, ließ sich einfach bedienen und schaffte bis auf die Auflösung, die am Rand etwas nachließ, gute Ergebnisse bei der Bildqualität. Lediglich der Preisunterschied von gut 200 Euro verschaffte dem älteren Modell eine bessere Platzierung.
Platz 10: Sony Alpha 700
Sonys zweite Spiegelreflexkamera arbeitet wie schon die Vorgängerin Alpha 100 mit den Objektiven von Konica-Minolta zusammen. Die 12,2-Megapixel-Kamera besitzt einen HDMI-Ausgang und lieferte eine ordentliche Bildqualität ab. Was uns jedoch weniger gefiel: Sie brauchte nach dem Auslösen sehr lange, bis sie wieder aufnahmebereit war.
Die Kauftipps der Redaktion
Der ersten Platz unserer Top 10 der besten digitalen Spiegelreflexkameras geht an die Canon EOS 450D, die uns in jeder Hinsicht überzeugen konnte – sei es in der Bildqualität oder in der Ausstattung.
Ein besonderes Schnäppchen machen Sie mit der Nikon D60, die bereits für 450 Euro über die Ladentheke geht – mit Kit-Objektiv! Durch ihre anfängerfreundliche Handhabung spricht sie Kameraneulinge an, das hervorragendes Rauschverhalten und der hohe Dynamikumfang machen sie für ambitionierte Hobbyfotografen attraktiv.
Eine technische Revolution ist die Panasonic DMC-G1, die durch ihre Micro-Four-Thirds-Bauart auf den Spiegel verzichtet. Das macht die Kamera und die dazugehörigen Objektive sehr viel kleiner und leichter als herkömmliche DSLRs.
Quelle: PC-Welt
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