20.04.2011, 11:56 Uhr | Andreas Lerg
Mehr Pixel sind nicht immer besser. Das hat ein Test des Magazins Chip Test & Kauf belegt, in dem nicht die Digitalkameras mit der höchsten Megapixelzahl als Testsieger über die Ziellinie gingen. Im Gegenteil: Die drei 16-Megapixel-Boliden landeten auf den letzten Plätzen. Der Testsieger mit "nur" 12 Megapixeln bewies, dass es vor allem auf ein hochwertiges Objektiv ankommt.
Das Magazin Chip Test & Kauf nahm in der Ausgabe April/Mai 2011 insgesamt acht kompakte Digitalkameras mit zehn bis 16 Megapixeln auf den Prüfstand. Das Ergebnis zeigt klar, dass der Megapixel-Wert nicht als Kaufkriterium herhalten sollte. So boten die Sony-Kameras Cybershot DSC-W570 und DSC-H70 jeweils rekordverdächtige 16 Megapixel, landeten aber wegen deutlichen Schwächen bei der Bildqualität auf den beiden letzten Plätzen. Die Tester waren über die Qualität regelrecht entsetzt: Das Ergebnis sei das schlechteste, das je eine Digitalkamera bei Chip Test & Kauf erzielte.
Hohe Megapixel-Werte gehen häufig auf Kosten der Bildqualität. Das Problem liegt in der Größe des Chips, der das Licht aufnimmt. Auf den Fingernagel-großen Sensorchip quetschen Hersteller seit Jahren immer mehr Fotozellen, ohne die Fläche zu vergrößern. Je mehr Megapixel auf dem winzigen Bauteil zusammengepfercht werden, desto kleiner geraten die einzelnen Zellen. Auf jede einzelne Zelle fällt weniger Licht, so dass sich Störsignale bemerkbar machen. Es kommt zum Bildrauschen. Bei Aufnahmen mit schlechten Lichtverhältnissen potenziert sich das Problem. Moderne Digitalkameras filtern das Bildrauschen zum Teil, doch nicht immer zum Vorteil. Das Ergebnis sind oft verwaschene, detailarme Bilder.
Der Casio Exilim EX-ZR10 (250 Euro) bescheinigten die Tester das beste Objektiv im Test. (Foto: Hersteller) Teils erschreckende Ergebnisse lieferte auch der Geschwindigkeitstest. Nur zwei Digitalkameras eignen sich für Schnappschüsse in schneller Folge. Casios Exilim EX-ZR10 und Nikons Coolpix S8100 zeigten mit 0,2 beziehungsweise 0,3 Sekunden die kürzeste Auslöseverzögerung im Test und waren auch am schnellsten wieder aufnahmebereit. Die Sony Cybershot DSC-H70 brauchte ewige 3,7 Sekunden, um ein Bild zu verarbeiten.
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Viel wichtiger als eine werbewirksam hohe Megapixelzahl sind gute und lichtstarke Objektive. Die Canon Powershot A3300 IS bot ebenfalls 16 Megapixel, lieferte aber dank eines sehr guten Objektives und eines leistungsfähigen Bildprozessors deutlich bessere Bilder als die beiden letztplatzierten Digitalkameras von Sony. Bei der Bildwertung schaffte es die mit 140 Euro recht günstige Digitalkamera sogar auf Platz zwei. Am Ende reichte es dennoch nur für Platz 6, weil die Canon Powershot A3300 IS bei der Ausstattung und der Geschwindigkeit patzte. Den Testsieg errang die 12-Megapixel-Kamera Casio Exilim EXZR10. Die kleine Casio gefiel mit dem besten Objektiv im Test.
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Andreas Lerg
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