11.01.2010, 09:18 Uhr | Andreas Lerg
(Quelle: dpa)
Der weltweit beliebte MP3-Standard hat wohl bald ausgedient, denn das Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen hat auf der Consumer Electronis Show in Las Vegas den Nachfolger HD-AAC präsentiert. High Definition Advanced Audio Coding ist der neue verlustfreie Audiostandard. Allerdings brauchen Nutzer für HD-AAC kompatible MP3-Player. Einige Hersteller unterstützen den Standard bereits.
Auf der CES in Las Vegas präsentierte das Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen mit dem Audio-Codierverfahren HD-AAC den potentiellen Nachfolger von MP3. Das MP3-Format komprimiert Audiodateien stark, sodass beispielsweise sehr viele Musikstücke auf einen mobilen Player wie den passen. Doch diese Kompression führt auch zu einem Qualitätsverlust der Audiodaten. Genau das soll der neue Stanard HD-AAC vermeiden.
Musik und Audiomaterial wird mittlerweile mit 24 Bit Auflösung und 96.000 Hertz Abtastfrequenz produziert. Das MP3-Format speichert Dateien jedoch mit maximal 16 Bit und 44.100 Hertz, was den technischen Daten einer Audio-CD entspricht. Daraus resultiert ein Qualitätsverlust. Das Fraunhofer Institut kombiniert bei HD-AAC mit MPEG-4 SLS und AAC-LC zwei verschiedene Technologien, um so eine Kompression von Audiodaten ohne Verlust zu realisieren. HD-AAC schafft eine Auflösung von 24 Bit und eine Abtastfrequenz von bis zu 192.000 Hertz. Wirklich hören können Sie diesen Unterschied aber nur mit hochwertigen Kopfhörern oder Boxen und einem geschulten Gehör. Den meisten Anwendern dürfte der qualitative Unterschied zwischen MP3 und HD-AAC nicht auffallen.
Matthias Rose vom Fraunhofer Institut erklärte gegenüber der Deutschen Presseagentur zu dem neuen Format: "Das Audioformat bietet eine Musikqualität weit über der einer CD." Um aber in den Genuss dieser Musikqualität zu kommen, müssen Nutzer auch ein Abspielgerät haben, dass diesen neuen Standard unterstützt. Unter anderem Apples iPod kann bereits HD-AAC-Dateien abspielen.
Auf der CES präsentierte das Fraunhofer Institut weiterhin auch das neue Audioformat MPEG Surround. Durch MPEG Surround wird der 5.1-Mehrkanalton so komprimiert, dass Musik, aber Filme und Fernsehsendungen mit optimalem Raumklang über das Internet übertragen werden können, ohne dass dafür die vorhandenen Anschlussbandbreiten ausgebaut werden muss. So ist denkbar, dass eines Tages Videos auf und Co. mit Surround-Sound gezeigt werden.
Andreas Lerg
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