10.11.2009, 09:28 Uhr | Sascha Plischke
Hochsee-Yachten, Luxus-Villen und sündhaft teure Sportwagen: All das sollen Superreiche ab sofort auf der Online-Auktionsseite BillionaireXchange verhökern oder ersteigern können. Das Konzept ist dasselbe wie bei , nur dass hier eben Artikel für zehntausende Euro den Besitzer wechseln sollen. Die Macher der Seite setzen dabei besonders auf die aktuelle Wirtschaftskrise – und glücklose Milliardäre, die ihren Besitz schnell zu Geld machen müssen.
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In einem ersten Testbetrieb verkauften die Mitglieder im Verlauf von zehn Monaten Waren im Wert von insgesamt 120 Millionen Euro über BillionaireXchange. Bei vielen dieser Auktionen habe es sich nach Angaben des Unternehmens um Notverkäufe gehandelt, bei denen Luxus-Artikel unter ihrem eigentlichen Wert verkauft worden seien. "Aufgrund der gegenwärtigen wirtschaftlichen Situation in den Vereinigten Staaten sehen wir eine große Zahl von Menschen, die tatsächlich einen Ausverkauf einiger ihrer Luxus-Artikel anstoßen", sagte Quintin Thompson, einer der Mitgründer der Seite, der Nachrichtenagentur Reuters.
Genau auf solche Kunden setzt BillionaireXchange. Gerade Milliardäre in Finanznot benötigten einen Ort, an dem sie ihren Besitz diskret und anonym veräußern könnten, so Thompson. So könnten sich die reichen Kunden die Blamage ersparen, die mit dem Ausverkauf ihrer Prestigeobjekte einhergehe. Diese Anonymität ist es auch, die BillionaireXchange klassischen Auktionshäusern voraus habe, die sonst erste Anlaufstelle für den Verkauf millionenschwerer Artikel wären. Solche klassischen Auktionen müssen zudem lange vorbereitet werden.
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Damit bei den Auktionen nicht jeder Spaßvogel mitbieten kann, müssen Mitglieder ein Mindestvermögen von zwei Millionen Dollar nachweisen. Das sind umgerechnet etwa 1,33 Millionen Euro. Zu den Mitgliedern gehören nach Unternehmensangaben Profi-Sportler und Top-Schauspieler. Insgesamt sind 26.000 Multimillionäre und etwa ein Dutzend Milliardäre bei BillionaireXchange angemeldet.
Geld verdient BillionaireXchange übrigens auch nach dem Vorbild von eBay. Fünf Prozent streicht das Unternehmen von der Verkaufssumme bei jeder Transaktion ein. Zudem gibt es Einmalgebühren für das Einstellen eines Artikels. Für Waren in der Preisklasse von 50 bis 500 Millionen Dollar müssen die Mitglieder 99,90 Dollar an Gebühren überweisen. In der Testphase hätten Thompson und seine Geschäftspartner so knapp sechs Millionen Euro Umsatz gemacht – kassieren will das Unternehmen aber erst jetzt im regulären Betrieb. Der Rubel kann also rollen.
Sascha Plischke
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