27.02.2009, 17:13 Uhr | pcwelt.de
Sie suchen einen MP3-Player? Die Preise gehen bei deutlich unter 50 Euro los und reichen je nach Hersteller und Modell bis hin zu mehreren hundert Euro. Die Preise rühren aber nicht nur von der Speicherkapazität und der Ausstattung her. Auch Displaygröße, spezielle Extras und schließlich der Markenname können den Preis in die Höhe treiben. Wir testen regelmäßig Multimedia-Player der verschiedensten Hersteller auf Herz und Nieren.
Bei einem Player ist nicht nur die Ausstattung wichtig. Auch bewerten wir, ob er sich gut und intuitiv bedienen lässt. Sind die Menüs logisch aufgebaut oder muss man das Handbuch studieren, um den Player überhaupt nutzen zu können? Wichtig ist ebenfalls, wie lange der Akku durchhält und schließlich spielt auch der Klang eine entscheidende Rolle. Bietet ein Player besondere Extrafunktionen, gibt es ebenfalls Punkte – vorausgesetzt sie taugen etwas.
Das kann der perfekte Multimedia-Player
Natürlich ist der Speicherplatz wichtig. Er entscheidet, wie viel Musik und andere Medien Sie auf Ihrem Player speichern können. Allerdings ist die Kapazität nicht mehr das Maß aller Dinge, was am Preisverfall der Speicherchips liegt. Heute bekommen Sie ein 4-GB-Modell für etwa 1000 Lieder schon für unter 40 Euro. Aber auch 8-GB-Modelle sind kaum teurer. Und bei Festplatten-Playern liegt der Preis pro GB meist sogar deutlich unter 5 Euro. Der üppige Speicherplatz hat jedoch ein neues Problem geschaffen: Man kann seine riesige Musikbibliothek in ihrer Fülle überhaupt nicht mehr nutzen. Denn wer hunderte Alben verschiedener Genres auf einem winzigen Gerät hat, verliert schnell den Überblick. Meist stellt man sich einige Listen mit Lieblingsliedern zusammen und die restliche Sammlung gerät in Vergessenheit, dafür hätte eigentlich ein 4-GB-Modell völlig ausgereicht. Dieses Problem haben die Player-Hersteller erkannt und gehen es auf zweierlei Art an. Einerseits wollen sie das Navigieren in der Bibliothek und das Zusammenstellen passender Playlists erleichtern. Andererseits kommen Spezialfunktionen zum Einsatz, die eine große Musiksammlung mehr oder weniger überflüssig machen.
Musikbibliothek wiederentdecken
Die Kenndaten einer durchschnittlichen Musikbibliothek lauten 738 Titel, 1,9 Tage, 3,21 GB. Da fällt es schwer den Überblick zu behalten. Sortieren Sie nach Alben oder Genre, dann lassen sich die täglichen Vorlieben schnell befriedigen. Oder Sie legen Playlisten an, um Ihre Lieblingslieder zu sortieren. Dadurch geraten aber viele Lieder in Vergessenheit. Vielleicht verlieren Sie aber auch aufgrund des Aufwands, den die Listenerstellung mit sich bringt, die Lust am mobilen Musiker. Als erste Abhilfe haben die Hersteller die Shuffle-Funktion "erfunden", die mittlerweile jeder Player beherrscht. Nach dem Zufallsprinzip spielt er dann einen Titel nach dem anderen ab. Der Nachteil: Es kann passieren, dass auf ein Panflöten-Titel einer Meditations-CD eine Deathmetal-Live-Aufnahme folgt.
Besser sind intelligente Listengeneratoren wie beispielsweise die Genius-Funktion von Apple, die in den aktuellen iPods mit Display sowie in iTunes integriert ist. Dort werkelt kein Zufallsgenerator und kein programmierter Algorithmus, sondern der Musikgeschmack der iPod-Gemeinde. So funktioniert's: Klicken Sie beispielsweise auf "Visage - Fade To Grey" und das Genius-Icon, dann erscheinen 20 weitere Musiktitel aus Ihrer Bibliothek, die andere User außer Fade To Grey oft und gerne hören. In diesem Beispiel sind das nacheinander etwa Big in Japan von Alphaville, Rock me Amadeus von Falco, Look of Love von ABC und so weiter. Voraussetzung ist jedoch, dass man die Daten seiner Musikbibliothek einmal an Apple übermittelt, was laut Hersteller jedoch in anonymisierter Form geschieht.
Spezialisten für mobilen Zeitvertreib
Sind Sie der immer gleichen Musiktitel überdrüssig, können Sie sich nun auch mit speziellen Extras die Zeit vertreiben. Schauen Sie doch einfach Videos oder Videopodcasts, das macht umso mehr Spaß, je größer das Display ist. Ebenfalls sehr kurzweilig sind Modelle mit einem DVB-T-Empfänger, der jedoch eine besonders gute Empfangsleistung haben muss. Schließlich soll er nicht nur zuhause, sondern auch unterwegs und unter erschwerten Empfangsbedingungen ein ruckelfreies Bild liefern.
Eine riesige Musiksammlung brauchen Sie auch dann nicht mehr, wenn Sie die Radio-Funktion des Multimedia-Player nutzen. Auch hier sollten Sie vor dem Kauf die Empfangsleistung und die Klangqualität prüfen. Findet der Player im Geschäft nur wenige störungsfreie Sender, sollten Sie ein anders Modell ausprobieren. Groß im Kommen sind auch mobile Webradio-fähige Multimedia-Player, die per WLAN Zugang zu zahllosen kostenlosen Stationen im Internet finden.
Fazit
Mittlerweile können Sie schon bei einem Gerätepreis unter 100 Euro einen voll ausgestatteten Multimedia-Player erwarten, mit Radio, Diktiergerät, Videoplayer, Diashow und Sonderfunktionen. In diesem Preisbereich sind 4 GB Speicher der Standard. Bei Playern über 100 Euro dürfen Sie sich auf deutlich größere Speicherausbauten freuen und auf große Displays, Sonderfunktionen wie etwa ein DVB-T-Empfänger sowie auf drahtlose Kommunikation per WLAN und Bluetooth.
Empfehlungen der Redaktion
Testsieger bei den Multimedia-Playern bis 100 Euro Creative Zen (4 GB)
Ganz in schwarz kommt der Zen 4 GB des Multimedia-Urgesteins Creative Labs daher. Er besitzt ein großes, brilliantes Display. Die Menüführung ist besser gelungen als bei den iPods von Apple. Im Vergleich zu Konkurrenzprodukten trumpft er durch mehr Extras (Radio und Diktiergerätefunktion) und einem SD-Karten-Einschub auf.
Preistipp bei den Multimedia-Playern bis 100 Euro: Samsung YP-S3 (2 GB)
Was kann ein günstiger Player für 40 Euro schon bringen? Eine ganze Menge. Samsung hat in diesen Player allerlei Technik und Sonderfunktionen gepackt. Mit dem Samsung YP-S3 bekommen Sie einen hochwertigen Multimedia-Player mit gutem Farbdisplay, allerlei Extrafunktionen und gut klingenden Ohrhörern.
Testsieger bei den Multimedia-Playern über 100 Euro: Cowon A3 (80 GB)
Dieser MP3-Player bietet mit 80 GB sehr viel Platz für Audio- und Videodateien. Er ist zwar teuer, aber hochwertig und gut ausgestattet. Der Cowon A3 ist aufgrund seines großen Speichers und des hochauflösenden Displays auch für Digitalkamera-Nutzer interessant.
Preistipp bei den Multimedia-Playern über 100 Euro: iPod Classic (7. Gen., 120 GB) (7. Gen., 120 GB)
120 GB Speicher für Foto, Video und Musik , der iPod Classic bringt Ihnen dies in einem robusten Gehäuse ausgestattet mit einer intuitiven Bedienerführung. Apples Festplatten-Player ist zwar nicht billig, aber sehr hochwertig gefertigt, robust und einfach zu bedienen. Er ist für diejenigen die richtige Wahl, die unterwegs immer ihre gesamte Musik-, Bilder- und Videosammlung mit dabei haben wollen. Das Preistipp-Logo haben wir dem Player deswegen verliehen, weil er im Testfeld das niedrigste Preis/MB-Verhältnis besitzt.
Ausstattung (30 %)
Speicher, Display, Akku, Netzteil, Multimedia-Funktionen, Extras und der Lieferumfang gehen in dieses Testkriterium mit ein: Fehlt etwas im Karton oder besitzt der Player nur ein kleines Display, bekommt er weniger Punkte gutgeschrieben.
Handhabung (20 %)
Ein mobiles Gerät muss handlich und leicht sein. Auch das Display sollte alles hell, scharf und brillant darstellen. Schließlich geht in die Wertung ein, ob alle Tasten gut erreichbar sind, der Player mit einer Hand bedienbar und ob das Bedienkonzept intuitiv ist. Modelle, bei denen man zuerst das Handbuch studieren muss, erhalten deutlich weniger Punkte.
Audioqualität (20 %)
Wir ermitteln mit dem hochpräzisen Audiomessgerät Neutrik Cortex A2-D den Klirrfaktor und den Frequenzgang des Players. Denn jedes Modell soll Musik sowie Sprache möglichst natürlich wiedergeben, also ohne Verzerrungen und ohne dabei Bässe oder Höhen unterschiedlich stark wiederzugeben.
Klang (20 %)
Wir lassen die Player an einer High-End-Hifi-Anlage laufen – Schwächen treten hier schnell zu Tage. Auch hören wir uns die mitgelieferten Ohrhörer an: Hier sparen die Hersteller gerne, was zu einer Abwertung führen kann.
Service (10 %)
Hier bewerten wir vor allem die Garantiezeit. Den zweiten Schwerpunkt bilden die Service-Leistungen der Hersteller. In dieses Kriterium gehen die Ergebnisse unserer Brand-Awareness-Studie ein. Dabei befragt die PC-WELT Endanwender, wie zufrieden sie mit den Service-Leistungen ihres Herstellers waren. Des weiteren gehen die Qualität des Internet-Auftritts sowie die Hotline des Herstellers ein.
Für die Preisangaben verwenden wir nicht die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers, sondern ermitteln durch Internet-Recherche den Straßenpreis.
Die besten Multimedia-Player bis 100 Euro im Überblick
Platz 1: Creative Zen (4 GB)
Ganz in schwarz kommt der Zen 4 GB des Multimedia-Urgesteins Creative Labs daher. Er besitzt ein großes, brillantes Display. Die Menüführung ist besser gelungen als bei den iPods von Apple. Im Vergleich zu Konkurrenzprodukten trumpft er durch mehr Extras (Radio und Diktiergerätefunktion) und einem SD-Karten-Einschub auf.
Platz 2: Sandisk Sansa Fuze (2 GB)
Der Sansa Fuze ist ein vollständig ausgestatteter Multimedia-Player. Mit einem Gerätepreis von 50 Euro ist er ausgesprochen günstig. Auf der Strecke geblieben ist dafür glücklicherweise nichts. Damit ist er zwar ein einfacher Multimedia-Player, jedoch mit allerlei Extras rund um die Themen Radio, Video, Bilder und natürlich Musik. Klang, Akkulaufzeit und Datenraten waren in Ordnung – rundherum empfehlenswert!
Platz 3:Teac MP-550 (2 GB)
Das Gehäuse dieses Players ist ganz in schwarz gehalten. Der Player besitzt Sensortasten und daher fast keine mechanischen Bedienelemente. Der Flash-MP3-Player aus dem Hause Teac bietet komplette Multimedia-Funktionalität und ist obendrein günstig zu haben. Sein Testfazit: Leichter Multimedia-Player im schwarzen Plastikgehäuse mit Farbdisplay, der recht gut klingt, aber für die Kapazität etwas teuer ist.
Platz 4: Sony NWZ-E438F (8 GB)
Dieser Player stammt aus der E-Serie von Sonys aktueller Walkman-Familie. Er besitzt ein Farbdisplay und kann Musik, Videos und Bilder abspielen. Er ist sehr gut verarbeitet, wirkt robust und liegt besonders gut in der Hand. Der Walkman besitzt allerlei Multimedia-Extras und einen brillanten Farbbildschirm. Die Ohrhörer waren im Bass etwas zu schwach.
Platz 5: Sandisk Sansa Clip (4 GB)
Vorbild für das Design des Sandisk Sansa Clip war bestimmt Apples "Wäscheklammer", der iPod Shuffle. Im Gegensatz zu seinem Vorbild besitzt er allerdings ein Display. Er ist ein winziger und dank Clip anhänglicher Player mit OLED-Display, Radio und Diktiergerät. Klangqualität, Datenrate und Akkulaufzeit waren gut bis sehr gut.
Die besten Multimedia-Player über 100 Euro im Überblick
Platz 1: Cowon A3 (80 GB)
Dieser MP3-Player bietet mit 80 GB sehr viel Platz für Audio- und Videodateien. Er ist zwar teuer, aber hochwertig und gut ausgestattet. Der Cowon A3 ist aufgrund seines großen Speichers und des hochauflösenden Displays auch für Digitalkamera-Nutzer interessant.
Platz 2: Cowon S9 (16 GB)
Der Cowon S9 will besser sein als der iPod Touch von Apple. Er sieht so ähnlich aus und bietet ein berührungsempfindliches Display. Der S9 ist auch etwas teurer. Klanglich schlägt der S9 den iPod Touch von Apple. Auch in der Ausstattung hat er einige Vorzüge. Nur den Internet-Browser, das WLAN-Modul sowie die vorbildliche Handhabung bleibt er schuldig.
Platz 3: Sony NWZ-A828 (8 GB)
Dieser Multimedia-Player aus dem Hause Sony kostet deutlich mehr als andere ähnlich konfigurierte Modelle. Dafür ist er aber ein qualitativ hochwertiger MP3-Player mit Diashow- und Videofunktion, der Musik kabellos per Bluetooth versenden kann – empfehlenswert. Sein einziger Nachteil ist tatsächlich nur sein vergleichsweise hoher Preis.
Platz 4:Apple iPod Nano (4. Gen., 8 GB)
Wer einen MP3-Player vor allem zum Musikhören nutzt, ist mit dem iPod Nano gut bedient. Der iPod Nano ist in seiner vierten Inkarnation wieder schlank und rank, sehr leicht und liegt dank des abgerundeten Gehäuses sehr angenehm in der Hand. Auch klanglich gab es nichts zu bemängeln, lediglich der dünne Lieferumfang und der Zwang zur iTunes-Nutzung wird Sparfüchse und Software-Minimalisten wie immer auf die Palme bringen.
Platz 5: Sandisk Sansa e280 (8 GB)
Der Sansa e280 ist laut Hersteller das Flaggschiff der Sandisk-Flash-MP3-Player-Familie. In puncto Handhabung, Qualität des Displays und Klang hat der Sansa e280 in unseren Tests Bestnoten bekommen. Er ist seinen Preis wert und sehr empfehlenswert.
Quelle: PC-Welt
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