30.09.2009, 09:20 Uhr | Sascha Plischke
Raumklang aus einer Box mit Soundprojektoren. (Quelle: Hersteller)
Bombastischer Surround-Sound aus nur einem Lautsprecher: Das versprechen die Hersteller sogenannter Soundprojektoren. Das klingt verführerisch, müssen Filmfreaks doch für den echten Kino-Klang mittlerweile bis zu sieben Lautsprecher im Raum verteilen. Doch was taugen die Klangbalken, und kommen sie wirklich an die Leistung einer ausgewachsenen Heimkino-Anlage heran? Wir haben uns die Technik angesehen und verraten, worauf Sie bei der Entscheidung achten sollten.
Rein optisch haben die Soundbars die Nase vorn. Die breiten, flachen Lautsprecher passen perfekt unter einen Flachbildfernseher und nehmen deutlich weniger Platz im Raum ein als die Boxen einer 7.1-Anlage. Auch das lästige Kabelgewirr mit mehr oder weniger professionell an der Wand verlegten Strippen fällt weg. Außerdem sparen die kompakten Geräte gleich noch den Surround-Verstärker ein, alle notwendige Elektronik ist bereits an Bord. Ein Kabel zwischen Fernseher und Lautsprecher, fertig ist die Heimkino-Anlage. Eine Auswahl der derzeit verfügbaren Geräte haben wir in unserer Foto-Show zusammengestellt.
Doch wie soll nur ein Lautsprecher tatsächlich für Raumklang sorgen? Dafür nutzen die Geräte zwei unterschiedliche Technologien. Die eine ist der seit langem bekannte virtuelle Surround. Dabei entsteht durch eine entsprechende Beschallung im Kopf des Zuhörers die Illusion eines echten Rundum-Sounds. Seit den späten Neunzigern kommt die Technologie bei vielen Fernsehern zum Einsatz, in den Klangbalken haben sie die Hersteller jedoch perfektioniert. Sie versprechen die präzise Imitation von räumlichem Klang – und das Ergebnis kann sich tatsächlich hören lassen.
Die zweite Technik ist die so genannte Klangprojektion. Dabei projizieren die Boxen den Schall so an die Wände des Raums, dass Teile davon von hinten an die Ohren des Hörers gelangen. So entstehen virtuelle Lautsprecher, statt einer geschickt in den Kopf gepflanzten Illusion hört der Zuhörer tatsächlich Klänge von überall aus dem Raum kommen. Das verspricht einen noch einmal präziseren Raumklang. Allerdings darf bei dieser Technik möglichst wenig an den Wänden stehen, was den Klang schlucken könnte. Freie Wände oder Glasflächen eignen sich hervorragend, große Bücherregale können sich als hinderlich erweisen. Mehr zu den beiden Techniken erklären wir in unserer Foto-Show.
Im Test der Experten von Chip Test & Kauf erzielen beide Technologien einen guten Raumklang, die Soundbars taugen deshalb als echte Alternative für eine aufwändige Surround-Anlage. Auch das Verhältnis von Preis und Leistung kann sich sehen lassen: Gute Geräte im Test kosten zwar zwischen 1000 und 1300 Euro, eine für den Laien nur minimal besser klingende Heimkino-Anlage klassischen Zuschnitts kann mit hochwertigen Boxen und gutem Verstärker gerne auch einmal mehr kosten. Echte Sound-Puristen mit höchsten Ansprüchen sollten von den Geräten allerdings genauso die Finger lassen wie besonders preisbewusste Kinofans, denen Sound nicht ganz so wichtig ist. Gerade Letztere kommen mit einer Mittelklasse-Surround-Anlage deutlich günstiger weg.
Sascha Plischke
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