10.07.2009, 11:37 Uhr | Andreas Lerg
Sightwalk bietet sehr viele clevere Funktionen. (Quelle: t-online.de)Während Google sich noch mit Datenschützern einigt, bietet Sightwalk schon längst, was Google Street View uns erst in ein paar Monaten zeigen wird: Beeindruckende 360 Grad Panoramaaufnahmen mehrerer deutscher Städte. Bisher können Sie sich ausführlich in Köln, Düsseldorf und München umschauen. Weitere Städte folgen im Herbst. Und Sightwalk kann viel mehr, als Google Street View bisher zu bieten hat.
Sightwalk zeigt auf seiner Internet-Seite das, was Goodle Street View in Deutschland derzeit noch aufbaut: Einen virtuellen Stadtplan mit beeindruckenden 360-Grad-Panoramafotos. Derzeit sind nur die Innenstädte von Köln, München und Düsseldorf erfasst und online. Bereits im Herbst sollen Berlin, Bonn und Hamburg dazu kommen. Und weitere Städte sollen folgen. Sightwalk macht aber nur auf den ersten Blick das gleiche wie Google Street View. Auf den zweiten Blick wird klar, dass in dem Karten-Dienst deutlich mehr steckt, als nur "Bilder gucken".
Wo Google Street View nur Perspektiven bietet, die aus einem auf der Straße fahrenden Auto aufgenommen werden, geht Sightwalk viel weiter. Wir sehen auch Fußgängerzonen, Parks und andere Flächen, die für PKW nicht zugänglich sind. Henrik Wild, Geschäftsführer des Sightwalk-Betreibers panogate GmbH, informiert: "Falls eine Genehmigung des jeweiligen lokalen Ordnungsamtes vorlag, wurden manche Stadtteile, beispielsweise Fußgängerzonen, ebenfalls per Auto erfasst. Andere Stellen, wie Parks und besondere Orte, wurden mit einem transportablen System zu Fuß abgebildet."
Das eigentlich Geniale sind aber die in den Bildern verlinkten Informationen. Gibt es zu einer Sehenswürdigkeit einen Wikipedia-Eintrag, dann erscheint ein blinkendes "W" und ein Doppelklick darauf bringt die Informationen auf den Monitor. Ein Symbol mit einem tempelartigen Säulenbau zeigt an, dass es umfangreiche geschichtliche Informationen gibt. Ein Doppelklick fördert historisches Bildmaterial und viele interessante Daten und Fakten zu Tage. Aber auch ganz alltägliche Ziele wie den nächsten Taxistand, U-Bahnhof, Briefkasten oder Geldautomaten können Sie finden.
Wenn Sie durch eine Shoppingmeile zoomen, erscheint ein kleiner Einkaufswagen bei Geschäften, zu denen es Infos gibt. Ein Doppelklick liefert zum einen eine Visitenkarte des Geschäftes, aber auch Öffnungszeiten, Informationen zum Warensortiment und einen Link zur Internet-Seite. Der Clou: Die Läden können bei Sightwalk auch Innenaufnahmen machen und in die Panoramabilder einbinden lassen. Damit können Sie als Nutzer aus der Straßenansicht heraus tatsächlich nahtlos in das Geschäft hineingehen und sich auch dort mit 360-Grad-Bildern umschauen. Ein beeindruckendes Beispiel sehen Sie in der Foto-Show. Der Betreiber von Sigthwalk finanziert sich mit diesen Werbemöglichkeiten.
Sie als Nutzer können an den Informationsinhalten aktiv mitwirken. Nach der kostenlosen Registrierung können Sie eigene Bilder beisteuern und mit sogenannten Tags auf den Panoramabildern Dinge markieren, die Sie für besonders interessant halten und mit anderen Nutzern teilen möchten. Damit nicht genug. Wenn Sie beispielsweise einen Treffpunkt mit anderen vereinbaren wollen, dann erzeugen Sie für die entsprechende Stelle auf einer Panoramaaufnahme einen Link. Diesen Link versenden Sie per E-Mail und schon kann ihr Partner sich den Ort anschauen, an dem Sie sich später treffen.
Google Street View wurde in Sachen Datenschutz vor allem vom Hambuger Datenschützer intensiv unter Druck gesetzt. Der Betreiber von Sightwalk sagt, dass Gesichter, Kfz-Kennzeichen aber auch Hausnummern in Übereinstimmung mit den aktuellen Datenschutzbestimmungen auf den Bildern grundsätzlich verpixelt und damit unkenntlich gemacht werden. Sightwalk will von den Städten jeweils rund 50 Prozent, ausgehend vom Stadtkern, mit seinen Panoramaaufnahmen abdecken und die Liste der Metropolen Zug um Zug erweitern.
Andreas Lerg
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